Rolfing® Story: Martin aus Ulm

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Wer bist Du?
Ich bin Martin, 26 Jahre alt und lebe in Ulm. Ich arbeite als Barista und seit meiner Jugend beschäftige ich mich intensiv mit Parkour und Freerunning. Mich interessiert wirklich alles, was mit Bewegung zu tun hat: Jonglieren, Klettern, Balancieren, Krabbeln, Rennen, Springen, Kampfsport, … solo oder mit Partnern, weil schlussendlich ist jede Form der Bewegung immer Kommunikation.

Was hat Dich zum Rolfing® gebracht?
Nach 11 intensiven Jahren Parkour Training hat mein Körper eine Menge an Schaden angesammelt, welchen ich von vorne herein mit genug Ruhephasen und richtiger Körperarbeit hätte vorbeugen können.
Zu meinem Nachteil gab es derzeit keinerlei Hilfe oder Vorgaben über richtiges Parkourtraining im Netz.

Die damals vergleichsmäßig neue Sportart war mega interessant und es hat mich enorm gereizt rauszugehen und große Sprünge zu machen.

Alles ohne Matten, Trainer, Anleitungen…

Damals befanden meine Teamkameraden und ich uns im Alter von 15-16 Jahren und waren teilweise noch stark im Knochenwachstum.

Dennoch überzeugt von unserer Stabilität, gingen wir raus, überhitzt… und wir lernten auf die harte Art.

Über die Jahre entwickelten wir mehr und mehr Gefühl und Verständnis für den Körper.
Dank zahlreicher Trips ins Ausland und auf Workshops lernten wir viel von erfahreneren Traceuren.
Auch wenn ich meinen Körper nun mehr zu schätzen wusste und mein Training nachhaltiger strukturieren konnte, hatte Ich bereits eine Menge an Impact und „Wehwehchen“ mit mir rumgeschleppt and angesammelt.

Kein Training war aber auch keine Option.

Weniger von allem, ja, insgesamt trotzdem zu viel.

Ende 2016 hatte mein Körper genug.

Dieses eine Prozent an Überbelastung brachte das Fass zum überlaufen. Eine sehr unglückliche Landung nach einem hohen Sprung zerstörte meinen Fuß.
Mit soviel Druck auf dem linken Fuß, dass er mir abgesenkt wurde. Bänder komplett durch. Fuß gebrochen. Stressfrakturen all over.

Dieser Unfall hat mich lange aus der Bahn geworfen und eigentlich alles verändert.

Die Ärzte meinten, dass ich nie mehr Sport machen könne. Nachdem ich eine Menge an Meinungen vom Fach eingeholt hatte, entschied ich mich bewusst gegen eine übereifrige Operation und war damit komplett auf mich allein gestellt.
Ich brachte mir wieder selbst das Laufen bei.
Nach 3 Monaten trug ich feste Schuhe und konnte den Fuß minimal belasten.

Ich hatte das Glück, eine Hand voll an erfahrenen Leuten zu kennen, die mir eine Menge an Tipps gaben. Ich beschäftigte mich enorm viel mit meinem Fuß. Stabilisierte die Muskulatur mit zahlreichen Übungen und Selbstmassagen. Langsam begann ich wieder Fahrrad zu fahren.

Dennoch war ich nach kurzer Zeit finanziell gezwungen, arbeiten zu gehen und musste meinen Fuß erneut einer unschönen Belastung hingeben. Der Schwerkraft.

Nachdem ein weiteres halbes Jahr verging, hatte ich nach einer Arbeitsschicht meist starke Schmerzen und konnte kaum gehen. Es schien als ob es schlimmer werden würde. Für mich als Sportler war es besonders hart, mich selbst hilflos in dieser Lage zu sehen.

Fast 2 Jahre nach meinem Unfall hatte ich Kontakt mit Janosch. Zuvor hatte ich noch nie von Rolfing gehört, jedoch verstand ich recht schnell um was es dabei ging. Da ich eh nichts zu verlieren hatte, gab ich dem ganzen einen Chance.

Abgesehen von meinem kaputten Fuß hat sich Janosch noch viel mehr für meine komplette Körperstruktur und meine Bewegungsmuster interessiert.

Er versuchte zu verstehen, wie ich mich bewege, welche Tools ich in meiner Bewegung einsetze und vor allem was ich dabei fühle.

Es gab eine Menge aufzuarbeiten. Es gab auch viele Fragen, die ich mir bis dahin selbst nie gestellt hatte.

Ich war so geflasht, bereits nach der 2. Sitzung war ich komplett aus der Rolle.

Mein Fuß hat sich das erste Mal wirklich Gut angefühlt.

Aus meinen Beinen und der Hüfte kam plötzlich viel mehr Raum, der mir enorm viel Druck aus dem Fuß nahm.

Wir haben viel am kompletten Körper gearbeitet. Als würde man einfach den ganzen Körper aufräumen und Ordnung in die strukturellen Beziehungen bringen.

Meine Körperhaltung fühlt sich stabiler, aufrechter und leichter an.

Ich habe eine viel bessere Beinstellung, fühle mich viel besser connected zum Boden.

Leichtfüssiger.

Kompakter, flüssiger, schneller, als seien meine Synapsen besser verknüpft.

Wohler in meinem Körper.

Abgesehen davon dass ich keine Schmerzen mehr im Fuß fühle, hat sich meine komplette Motorik und das Körpergefühl verbessert.

Es ist schon fast wie ein kleines Wunder.

Natürlich ist es etwas, das man mit nach Hause nimmt.

Wenn Janosch fertig ist, reden wir darüber, wie ich mich fühle, was sich verbessert, woran ich noch arbeiten möchte. Als sei das Rolfing ein Wegweiser für das Verständnis meines eigenen Körpers und seiner Funktion.

Was ich dann daraus mache ist aber meine Entscheidung.

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Was war für dich dan Eindrücklichste?
Ich fand es total spannend, dass ich während dieser Zeit meinen Körper neu kennenlernen durfte. Ich bin meistens nach den Sitzungen trainieren gegangen, um mit dem neuen Körpergefühl und den Optionen zu arbeiten, sie zu verarbeiten. Ich konnte viel besser meine Körpermitte finden und damit leichter springen und vor allem sicherer landen. Gekommen war ich wegen des Fußes und gegangen mit einem neuen Körpergefühl.